Biografie
Rick Ski a.k.a. Detlef Rick ist ohne Zweifel ein Pionier des deutschen Hip Hops. Als Gründungsmitglied der Formation LSD veröffentlichte er eine der ersten Schallplatten in diesem Bereich. Über die Jahre hat er als DJ, Rapper und Produzent gleichermaßen von sich reden gemacht, und ist als Live-DJ des Rap-Altmeisters Torch und der Gruppe „Die Firma“ nun wieder verstärkt in die Öffentlichkeit getreten.
Durch Filme wie "Wildstyle“ oder der Fernsehdokumentation „Breakout“ wurde Rick Ski a.k.a. Detlef Rick auf das Phänomen Hip Hop aufmerksam. Über Breakdance (B-Boying) und Graffiti gelangte er schließlich zum Djing und Rap.
Zusammen mit seinem Bruder Future Rock a.k.a. Michael Rick begann er schließlich mit dem Hip Hop Sound zu experimentieren und erste Demos aufzunehmen...
Bereits im Herbst 1989 veröffentlichte er dann mit seiner Gruppe LSD auf dem Kölner Indie Label Rhythm Attack die EP „Competent“, die von der Presse als „erste deutsche Hip Hop Produktion auf internationalem Niveau“ gefeiert wurde.
Danach folgte im Frühjahr 1991 das 27 Tracks starke Album „Watch out for the 3rd Rail“, das besonders aufgrund seiner ausgereiften und komplexen Produktion bis heute als Meilenstein gilt.
Nach einer weiteren EP auf Rhythm Attack gründete er u.a. mit Future Rock (LSD) und Fader Gladiator (Die Firma) das erste deutsche Hip Hop Label Blitz Vinyl und das legendäre Blitzlabor Studio.
Eine der ersten Veröffentlichungen des Labels war 1992 die EP „Blitz Mob“. Das darauf enthaltene LSD Stück „Ohne Warnung“ ist der wohl der erste deutschsprachige Diss-Song überhaupt. Auf diesem Label veröffentlichten sie neben den „hauseigenen“ Acts LSD, C.U.S. und Äi-tiem auch internationale Künstler wie die Gruppen First Down aus England und Kaos aus den USA. Neben seiner Label-Tätigkeit wirkte Rick Ski bei allen Veröffentlichungen musikalisch und produktionstechnisch mit.
Der gesamte Blitz Mob, einschließlich Rick Ski absolvierte zu dieser Zeit auch erste deutschlandweite Touren mit internationalen Acts wie Hijack (England), Tim Dog (USA) und Gunshot (England) etc. „ Damals mussten wir regelrecht darum kämpfen in unserer Muttersprache zu Rappen. Viele im Publikum waren noch nicht bereit dafür, und haben uns ausgebuht. Wir haben unser Ding dann aber konsequent durchgezogen und letztendlich unseren Respekt dafür bekommen“, erzählt Rick Ski.
Die wohl wichtigste Veröffentlichung des Labels war das 1995 erschienene Allstar-Album „Die Organisation“, das unter dem Gruppennamen Blitz Mob so verschiedene Künstler wie z.b. Torch, STF, Boulevard Bou, Kaos (USA) und LSD etc. vereinte. Auf diesem Album befindet sich auch das LSD Stück „Meister der Metrik“, ein innovativer Song mit einem sehr Hip Hop untypischen Jazz-Groove.
Außerdem arbeitete Rick Ski mit so verschiedenen Künstlern wie dem ehemaligen James Brown Saxofonist Maceo Parker, La Mixture aus Frankreich, dem Newcomer Gianni, Toni L, Boulevard Bou oder auch Torch usw. zusammen.
Auf dem Future Rock Album von 1998, „Produced by” steuerte er den LSD Titel „Meister der Metrik 2“ bei.
Es folgten Rapfeatures bei dem Creme de la Creme Song „Meister der Zeremonie“ und dem Szene Hit „Kampf der Titanen“ von der Gruppe Die Firma etc.
Auch im Club-DJ Bereich machte Detlef Rick schon früh auf sich aufmerksam.
Bereits Anfang der neunziger veranstaltete er zusammen mit Fader Gladiator im Raum Köln die ersten Hip-Hop Partys, und hat seitdem seinen guten Ruf als Club-DJ immer weiter gefestigt.
In den darauffolgenden Jahren überzeugte er mit Shows in Köln und Umgebung, ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Bandbreite seiner Musik reicht von neuem Hip Hop Sound, Old School Rap über 70er und 80er Funk bis zu den Original-Breaks. „Man sollte sich ohne Zweifel auf das Publikum einstellen. Aber trotzdem muss man den Leuten seine Vision, seine Sound-Welt präsentieren. Denn das ganze ist eine Performance, genau wie die eines Sängers oder eines Schauspielers“, sagt Detlef Rick.
Über die Jahre arbeitete er außerdem als Live-DJ mit Acts wie Creme de la Creme, Cora E, Die Firma, Toni L, Boulevard Bou und Torch etc. Mit Letzterem absolvierte er im Jahr 2000 erfolgreich die völlig ausverkaufte „Blauer Samt“ Tour, und ist seitdem fester Live- DJ von Torch. „Diese Tour war echt der Hammer! Ein großer Teil der Show war frei improvisiert, was erstens sehr gut funktionierte und zweitens die Leute ohne Ende gerockt hat.“, erzählt Rick Ski.
Der Underground-Hit „Ein paar Rhymes“ zusammen mit dem Heidelberger Rapper Boulevard Bou und das LSD Stück „LSD Story“ erschienen beide im Sommer 2001 auf dem Fader Gladiator Album „Der innere Kreis“.
Auf dem „Battle of the Year 2001“ Album steuerte er die Breakdance Hymne “B-Boy Salsa Rock” bei.
Seit Anfang 2002 gehört Rick Ski zur Live Crew der Gruppe Die Firma, die er auf ihrer Das dritte Auge Tour und bei zahlreichen Promotion Gigs ( Interaktiv, Top of the Pops usw. ) verstärkt hat.
Zur Zeit konzentriert er sich verstärkt auf das produzieren (u.a. für Toni L, Def Benski etc.), sowie der Arbeit an diversen Mixtapes. Sein Repertoire umfasst dabei mittlerweile auch solche Musikstile wie UK Garage/ 2 Step und Breakbeat etc.
Mit seinem Nautilus Soundsystem veranstaltet er im Raum Köln unter dem Motto Funk Blast zahlreiche Partys.
„It´s just begun!” (Zitat, Jimmy Castor 1972)
Mirko Schmidt